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Wie umgehen mit NS-Objekten? Museale Sammlungen zwischen Giftschrank und Anlaufstelle

Ein Angebot des Museumsverbandes Hessen für Museen in Hessen.

15.06.2026 10 - 17 Uhr

€ 30,00

Historisches Museum Frankfurt

Anmeldung hier

Objekte mit Bezug zum Nationalsozialismus, zur NS-Herrschaft und seinen Verbrechen werden in den letzten Jahren immer öfter Steine des Anstoßes in öffentlichen Debatten. Die Frage nach dem „richtigen“, dem verantwortungsvollen Umgang mit Objekten aus dem vermeintlich privaten Raum wird durch Konflikte über die Veränderung von Erinnerungskulturen im Generationenwechsel und in einer Migrationsgesellschaft moralisch aufgeladen. Dieses Seminar möchte diese erhöhte Sensibilität als große Chance für das zeithistorische Arbeiten im Museum greifbar machen und verdeutlichen, dass es viele verschiedene legitime Zugänge zum Umgang mit NS-Objekten gibt.

Thematisiert werden erstens Möglichkeiten der Strukturierung der Sammlungsarbeit beispielsweise durch die Formulierung von Schwerpunkten und Strukturen im Prozess der Objekterwerbung, von Aufnahme- und Ablehnungskriterien. Zweitens steht die Frage nach der Rolle von Sammlungen im Kontakt mit Schenker*innen und Leihgeber*innen im Zentrum, wobei auch Konfliktpotentiale angesprochen werden – wie etwa unterschiedliche Zielsetzungen und Erwartungen. Drittens schließlich werden Strategien zur Präsentation von NS-Objekten diskutiert, in Ausstellungen, in Vermittlung und Kommunikation. Dabei werden subversive Zugänge zum Kuratieren im materiellen und digitalen Raum vorgestellt und kritisch besprochen, nicht zuletzt mit dem Ziel des Brechens von Propaganda und Gewalt.